Portrait
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Der Bundestagsabgeordneter steht in einem Konferenzraum vor einer Schülergruppe
Schülerinnen im Gespräch mit Bundestagsabgeordneten Herr Dr. Pfeiffer
Eine Schülerin sitzt am Tisch und schreibt mit Stift und Papier
Deutschunterricht
Ein Kindergartenkind hält eine Wunderkerze in der Hand und trägt ein Stirnband mit bunten Perlen
Geburtstagsfeier im Schulkindergarten

Schulkonzeption der Theodor Dierlamm Schule

Präambel

 

Die Theodor Dierlamm Schule ist eine Schule für geistig behinderte und teilweise zugleich körperbehinderte Schülerinnen und Schüler.

Hier werden Menschen mit geistiger Behinderung in allen individuellen Erscheinungsformen unterrichtet.

Der Bereich der vorschulischen Bildung wird durch den angegliederten Schulkindergarten abgedeckt.

Die Theodor Dierlamm Schule ist Teileinrichtung der Diakonie Stetten, deren Leitbild auch für die schulische Arbeit die verbindliche Grundlage bildet. Aus dem Erziehungs- und Bildungsauftrag einer staatlich anerkannten Ersatzschule in freier Trägerschaft und aus den christlichen Wurzeln einer diakonischen Einrichtung leiten wir das Profil unserer Schule und unseres Schullebens ab.

zum Leitbild der Diakonie Stetten

 

1.         Leitlinien 

1.1.      Die diakonische Orientierung

Als Geschöpf und Ebenbild Gottes ist jeder Mensch einmalig und jederzeit zur Entwicklung fähig.

Die liebende Zuwendung Gottes zu allen Menschen ist uns Vorbild und Auftrag für unser Handeln.

 

1.2.      Das Selbstverständnis der Schule

Als evangelische Schule geben wir Hilfen zur Gestaltung der Lebenswirklichkeit in christlicher Tradition.

In Unterricht und Erziehung unterstützen wir die Entwicklung und Entfaltung der Schülerinnen und Schüler und achten die jungen Menschen mit ihrer unantastbaren Würde.

In Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler gestalten und strukturieren wir gemeinsam die tägliche Unterrichtszeit, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Gegenwart und Zukunft möglichst selbständig leben können.

Wir entwickeln Konzepte für gemeinsames Erleben und gemeinsames Lernen für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung,  z.B. in Außenklassen, in integrativen Angeboten für Kindergartengruppen, in Kooperationen mit Regelschulen.

 

2.         Schulprofil

2.1.      Unsere Ziele

„Kindern und Jugendlichen wird ermöglicht, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, sich die Kompetenzen anzueignen, die sie zur Lebensbewältigung benötigen, und zu einer für sie befriedigenden gesellschaftlichen Teilhabe zu gelangen.“ (Bildungsplan Schule für Geistigbehinderte Baden-Württemberg 2009)

Wir knüpfen im Unterricht an den individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und dem Lebensalter der Schülerinnen und Schüler an, um sie auf ein möglichst selbständiges Leben in unserer Gesellschaft vorzubereiten.

Wesentlicher Bestandteil ist die Förderung der eigenen Entscheidungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten.

Sie sollen Erfahrungen und Kenntnisse in basalen und lebenspraktischen Bereichen erwerben und sich mit kulturellen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzen.

Außerdem sollen sie Anregungen zur Freizeitgestaltung erhalten und auf das Leben nach der Schulzeit in tagesstrukturierenden Angeboten oder einem Arbeitsverhältnis vorbereitet werden.

 

2.2.     Unsere Schule

In der Theodor Dierlamm Schule werden Schülerinnen und Schüler, die in der Diakonie Stetten wohnen und externe Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Fragestellungen und Inhalte, die sich aus der Wohnsituation der Schülerinnen und Schülerergeben, fließen in den Unterrichtsalltag ein.

Unsere Schülerschaft umfasst Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung, Schülerinnen und Schüler mit Körper- oder Mehrfachbehinderung, Schülerinnen und Schüler mit apallischem Syndrom sowie Schülerinnen und Schüler mit herausforderndem Verhalten.

Das Kollegium der Theodor Dierlamm Schule setzt sich aus folgenden Professionen zusammen: Fachlehrer für Geistigbehinderte und Körperbehinderte, Sonderschullehrer, Erzieher, Heilpädagogen, Technische Lehrer, Physio- und Ergotherapeuten, betreuende Kräfte, Schulhelfer sowie Fachlehrer- und Sonderschullehreranwärter. Durch eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Professionen ergeben sich vielfältige Fördermöglichkeiten.

Die Schule ist in drei Abteilungen gegliedert: Bergschule, Schloss-Schule und Berufsschulstufe.

Der Schule ist ein Schulkindergarten für geistig behinderte und zum Teil zugleich körperbehinderte Kinder angegliedert.

Die Beschulung erfolgt in Schulstufen: der Grundstufe, der Hauptstufe und der Berufsschulstufe.

Die Grundstufe umfasst 4 Schuljahre, die Hauptstufe 5 Jahre und die Berufsschulstufe 3 Jahre mit jeweiliger Möglichkeit  der Verlängerung.

 

2.3.      Stufenprofile

2.3.1.     Schulkindergarten

Grundlage der Förderung ist der „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten“ mit den Bildungs- und Entwicklungsfeldern Körper, Sinne, Sprache, Denken, Gefühl und Mitgefühl, Sinn Werte und Religion.

Mit dem Eintritt in den Schulkindergarten wird die Betreuung der Kinder durch die Frühfördestellen abgelöst und eine Basis geschaffen für die sich anschließende schulische Bildung.

Im Schulkindergarten fördern wir Kinder zwischen 2 und 6 Jahren nach deren individuellen Ressourcen, Kompetenzen und Bedürfnissen durch vielseitige sonderpädagogische Förderangebote. Unsere Gruppengröße von 4 – 6 Kindern ermöglicht strukturiertes Lernen in Kleingruppen, sowie in Einzelförderangeboten.  Zudem  bietet dieser Rahmen ein überschaubares Lernfeld zur Erweiterung der Sozialkompetenzen.  Lebensmittelpunkt der Kinder kann sowohl das Elternhaus als auch eine Wohngruppe der Diakonie Stetten sein.

Unter diesen Rahmenbedingungen unterstützen wir die Kinder bei ihren Erfahrungen in einem neuen Lebensumfeld und in ihrer neuen Rollenfindung.

Im Mittelpunkt steht  bei allem die Perspektive des Kindes und seiner Bedürfnisse. Um diese angemessen zu erfüllen, stehen wir in einer bestmöglichen Erziehungs- und Bildungpartnerschaft mit Elternhaus, Wohngruppe und den diversen Fachdisziplinen der Schule und der Diakonie Stetten.

Im letzten Schulkindergartenjahr wird durch ein Diagnostikverfahren der aktuelle Entwicklungsstand des Kindes erhoben. Dieser bildet die Grundlage zur Klärung des geeigneten Lernortes und ermöglicht einen behutsamen Übergang zur Schule.

 

2.3.2.     Grundstufe

Die Schülerinnen und Schüler der Grundstufe sind im Alter zwischen 6 und 12 Jahren.

Ausgehend davon, dass in dieser Lebensphase entscheidende Entwicklungsschritte anzubahnen und umzusetzen sind, legen wir wesentliche Schwerpunkte auf die Bereiche Kommunikation, Motorik, Kognition, Soziales Lernen und zunehmende Selbständigkeit. Dabei ermöglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Schulkindergarten der TDLS das Aufgreifen vorhandener Förderansätze sowie einen individuell gestalteten Übergang.

Breit gefächerte Angebote bilden die Grundlage, um Vorlieben, Stärken und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler kennen zu lernen.

Anknüpfend an die bestehenden Kommunikationsformen ermittelt die Grundstufe kommunikative Möglichkeiten und den entsprechenden Unterstützungsbedarf.

Täglich wechselnde Bewegungsangebote bieten einen angemessenen Ausgleich zu den kognitiven Anforderungen.

Als weiterführenden Schwerpunkt des Schulkindergartens lernen die Schülerinnen und Schüler Strukturen und Regeln für den Schulalltag kennen.

Ausreichende Freiräume bieten den Schülerinnen und Schülern den Rahmen individuelles und gemeinsames Spielverhalten zu entwickeln.

 

2.3.2. Hauptstufe

Die Schülerinnen und Schüler der Hauptstufe sind im Alter zwischen 10 und 17 Jahren.

Sie befinden sich in der Lebensphase der Pubertät. Kennzeichnend für diese Stufe sind z. T, große Unterschiede der Entwicklung in den verschiedenen Persönlichkeitsdimensionen (sensorisch, motorisch, sozial-emotional und kognitiv) in Bezug auf das Lebensalter der Schülerinnen und Schüler.

Ausgehend von der Entwicklungsphase der Pubertät als kennzeichnendes Merkmal der Hauptstufe stehen die Themen Körperlichkeit, Erwachsen werden, Sexuelle Identität und Dimensionen und Themenfelder aus den Bildungsbereichen „Selbständige Lebensführung“ und „Mensch in der Gesellschaft“ im Mittelpunkt.

 

2.3.3. Berufsschulstufe

Die Schülerinnen und Schüler der Berufsschulstufe sind im Alter zwischen 15 und 24 Jahren.

Die Berufsschulstufe bereitet den Übergang in das nachschulische Leben vor und festigt notwendige Qualifikationen wie z.B. Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit, Umsetzung von Arbeitsanweisungen, etc.  Dies erfolgt unter anderem bei der Herstellung von Produkten, die z.B. beim Adventsmarkt der Diakonie Stetten verkauft werden, oder auch in der Erbringung von Dienstleistungen bei verschiedenen Veranstaltungen.

 

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern werden Interessen herausgearbeitet und Perspektiven entwickelt. Dies geschieht in Form von Praktika, Lerngängen und Betriebserkundungen, Zukunftsplanungsgesprächen, der Berufsorientierungsgruppe (BOG) und Probewohnen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Erhalten und Weiterentwickeln von bestehenden Kompetenzen in den Bereichen Mobilität, Sprache und Selbständigkeit.

Am Ende der Schulzeit besteht für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, in Werkstätten der Diakonie Stetten zu arbeiten oder an anderen nachschulischen Betreuungsangeboten teilzunehmen.

 

2.4.  Unser Angebot

Wir bieten verlässlichen Unterricht an fünf Vormittagen in der Woche,  an mindestens einem Tag findet Unterricht nachmittags statt.

Wir unterrichten die Schülerinnen und Schüler in den Bildungsbereichen des gültigen Bildungsplans der Schule für Geistigbehinderte in Baden-Württemberg. Die Unterrichtsinhalte gliedern sich in neun Bildungsbereiche: Evangelische Religionslehre, Sprache-Deutsch, Mathematik, Selbständige Lebensführung, Mensch in der Gesellschaft, Natur, Umwelt, Technik, Musik, Bildende und Darstellende Kunst und Bewegung.

Der Unterricht in den heterogen zusammengesetzten Klassen erfolgt in vielfältigen Unterrichtsformen und differenzierten Lernangeboten.

Der Unterricht erfolgt als Klassenunterricht sowie in Kooperation mit anderen Klassen, teilweise auch stufenübergreifend z.B. in Lerngruppen, Projektgruppen, im Sportunterricht, bei Ausflügen, etc.

Zum schulischen Angebot gehören auch Außenklassen, Kooperationen mit Regelschulen, außerschulische Lernorte und der konkrete Bezug zur näheren und weiteren Umgebung im Unterricht.

Wir beginnen jeden Schultag mit einer gemeinsamen Schulandacht. Sie ersetzt den Religionsunterricht.

Ziel und Inhalt der Schulandacht ist die Vermittlung der Grundwerte christlichen Glaubens in gemeinschaftlichem Erleben, sowie Angebote zur Lebensbegleitung und Lebensbewältigung in christlicher Haltung.

Aufgrund eines hohen Anteils von Schülerinnen und Schülern mit Mehrfachbehinderungen bestehen im Kollegium weitreichende Erfahrungen sowohl im Hinblick auf Unterricht mit dieser Schülerschaft, als auch bei der Versorgung mit Hilfsmitteln.

Eine möglichst frühzeitige Organisation der Klassenzusammensetzung, der personellen Besetzung der Klassen sowie deren Zuordnung zur jeweiligen Abteilung  sorgt für eine rechtzeitige Vorbereitung auf neue Schülerinnen und Schüler und deren individuellen Förderbedarf

Die individuell angemessene Förderung jeder Schülerin und jedes Schülers wird von qualifizierten Lehrkräften durchgeführt und im Team beraten. Wir legen Wert auf eine gute Ausstattung der Schule mit Unterrichts- und Fachräumen, zahlreichen Lehr- und Lernmitteln sowie auf eine gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachdiensten.

In permanenter Zusammenarbeit mit dem Wohnbereich bieten wir enge pädagogische Begleitung für Schülerinnen und Schüler mit den Lernfeldern Selbstkontrolle, Regelverständnis und Strukturen.

Wesentliche Fragen zur Entwicklung und Erziehung werden regelmäßig im Dialog mit Angehörigen, Erzieherinnen und Erziehern, Therapeutinnen und Therapeuten, Ärztinnen und Ärzten und Psychologinnen und Psychologen besprochen. Die gemeinsam vereinbarten Lern- und Entwicklungshilfen setzen wir in der Schule um.

Große Bedeutung hat für uns eine gute Zusammenarbeit mit Eltern und Erziehungsberechtigten, denn diese ist für die Entwicklung und das Lernen der Schülerinnen und Schüler wichtig.

Die Theodor Dierlamm Schule ist fest eingebunden in die jährlichen Informationsveranstaltungen und Feste der Diakonie Stetten. Dies bietet unserer Schule und  unseren Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

2.5.   Unser Umfeld

Unser Anliegen ist es, die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen in die Gesellschaft einzubinden, daher sind wir offen für vielfältige Außenkontakte.

Wir pflegen Beziehungen zu anderen Schulen, zu Behörden, Verwaltungen, Betrieben und Gemeinden.

Wir nutzen die differenzierten Angebote unserer Einrichtung.

Mit außerunterrichtlichen Maßnahmen, über Projekte und Feste treten wir in Kontakt zur Öffentlichkeit.

Die Theodor Dierlamm Schule ist Ausbildungsort für Fachlehreranwärterinnen und –anwärter, Lehramtsanwärterinnen und -anwärter, sowie Praktikumsort für Auszubildende und Schülerinnen und Schüler umliegender öffentlicher Schulen.

Aus den Kontakten zu unserem Umfeld erhalten wir auch Impulse für neue Lernangebote und die Weiterentwicklung unserer Schule.